Barrierefreier Brandschutz im Holzbau

27. April 2021

Auch im Holzbau sind diverse Möglichkeiten gegeben, um den barrierefreien Brandschutz zu gewährleisten, wobei eine baurechtskonforme Ausbildung von feuerbeständigen Konstruktionen nicht in allen Bundesländern möglich ist, da generell die Anforderungen der Landesbauordnungen eingehalten werden müssen. Diese besagen, dass tragende und aussteifende Bauteile sich im Wesentlichen aus nicht brennbaren Bestandteilen zusammensetzen müssen. Um also eine ordnungsgemäße Bauweise nachweisen zu können, bedarf es gegebenenfalls genehmigungspflichtiger Abweichungen durch die untere Bauaufsichtsbehörde.

Barrierefreier Brandschutz durch Rettungsabschnitte

Um die Möglichkeiten der Umsetzung barrierefreier Brandschutzkonzepte im Holzbau deutlich zu machen, soll das Prinzip der geteilten Rettungsabschnitte herangezogen werden. Die Unterteilung eines Gebäudes in Rettungsabschnitte zur Gewährleistung des barrierefreien Brandschutzes hat im Holzbau den Vorteil, dass zumindest in Gebäudeklasse 1 – 3 die einzelnen „Rettungsabschnitte“ (ausgenommen der Trennwand) aus Sichtholz realisiert werden können. In einzelnen Bundesländern, z.B. Baden-Württemberg, sind unter bestimmten Voraussetzungen auch in GK 4 und 5 F90-B-Konstruktionen zulässig.

Mit der geplanten Novellierung der Bayerischen Bauordnung soll es auch in Bayern möglich sein, jedes Gebäude – unabhängig ihrer Gebäudeklasse – in Holzbauweise zu errichten. Die Neufassung wurde bereits vom Ministerrat beschlossen und muss noch vom Landtag freigegeben werden.

Die Feuerwehr frühzeitig einbeziehen

Bei jeder Ausführungsvariante der gewählten Konstruktionen muss auch der Löschangriff der Feuerwehr berücksichtigt werden. In allen Fällen und bei jedem Projekt sollte daher auch die Feuerwehr möglichst frühzeitig in die Planung einbezogen werden.

Bei einigen Konstruktionen (z.B. Variante B) sieht die Holzbaurichtlinie ohnehin mit ihrer geforderten K260-Ausführung eine „sichere“ Begehbarkeit des Gebäudes durch die Feuerwehr (für 60 Minuten) vor, da hier von unentdeckten Glutnestern und eines daraus entstehenden statischen Versagens der Konstruktion zu rechnen ist.

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