Brandaktuell

31. Januar 2021

Willkommen zu unserem ersten Blogbeitrag!

Brandschutz und Sicherheit für Wohnungsbau, Sonderbau, Kommunen und Industrieunternehmen beinhalten viele verschiedene Themen, Aufgabengebiete und Kompromisse, die uns tagtäglich herausfordern, vorantreiben und inspirieren. Steinhofer Ingenieure sind seit 15 Jahren stetig am brandaktuellen Geschehen dabei und wollen darüber hinaus verschiedene Sicherheitsthemen vergegenwärtigen oder fest etablieren. Ziel ist es die Welt ein Stück weit sicherer zu machen. Warum also nicht mit der Welt teilen was uns bewegt und sogar den ein oder anderen für uns gewinnen oder mit einem aufschlussreichen Artikel auf uns aufmerksam machen.

Los geht’s!

 

BRANDSCHUTZ UND ERNEUERBARE ENERGIE

Windenergie ist seit geraumer Zeit wieder in aller Munde und aktuell sind viele Kommunen dazu angehalten diese Art der erneuerbaren Energie weiter auszubauen. Ist ein Betreiber für einen Windpark oder einzelne Windräder gefunden, sind wir relativ bald bei dem Thema Brandschutz angelangt. Richtig – das Brandschutzkonzept ist für den Bauantrag nötig. Wichtiger ist jedoch, dass Windräder große, hochmoderne Maschinen sind, die durch den stetigen Betrieb und die wirkenden Naturkräfte in 100 bis 250 Meter Höhe auch von Feuer bedroht sein können. Es ist daher wichtig, dass die Branche den Brandschutz ernst nimmt und sicherstellt, dass alle notwendigen Vorkehrungen getroffen werden, um einen möglichen Brand zu verhindern oder im Falle eines Brandes schnell und effektiv handeln zu können. Durch die Höhe und meist schwer zugänglichen Flächen, kann die Feuerwehr nur versuchen den Brand unter Kontrolle zu bekommen und ein Übergreifen auf die Umgebung zu vermeiden.

Viele Windräder werden derzeit nahe oder inmitten eines Waldes aufgestellt. Bei einem möglichen Brand, kann durch Funkenflug oder herabfallende brennende Teile durchaus ein Brand am Boden entfachen. Die Feuerwehr, der Betreiber und die Natur dankt es uns, wenn wir einen Brand mit Maßnahmen des vorbeugenden Brandschutzes bestenfalls vermeiden können.

Nach der Bauordnung der jeweiligen Bundesländer ist die Brandschutzplanung von Windparks oder Windrädern nach der Regel eines Sonderbaus durchzuführen.

Neuere Windräder bestehen zwar heutzutage hauptsächlich aus nicht brennbaren und schwer entflammbaren Materialien. Neuere Modelle enthalten oft eine Kühleinheit am Maschinenhaus oder es wird durch Zisternen Löschwasser bevorratet. All das spielt natürlich dem vorbeugenden Brandschutz gut zu. Trotz alledem braucht es ein aufeinander abgestimmtes Maßnahmenpaket des vorbeugenden Brandschutzes, um bestmöglich einen Brand zu vermeiden und gegebenenfalls bestmöglich auf einen Brand reagieren zu können.

 

WINDPARK SCHLÜCHTERN-ELM

Im Bereich des Ebertsberges im Forst Burg Brandenstein bei Schlüchtern-Elm entstand ein Windpark mit zwei Windenergieanlagen des Typs Vestas V150 mit einer Nabenhöhe von 166 Metern und einem Rotordurchmesser von 150 Metern. Trotz neuester Technologie der Anlage wurden im Brandschutz weitere Aspekte des vorbeugenden Brandschutzes aufgeführt.

Die Windräder sind mit einem Überdrehzahlschutz ausgestattet, der unabhängig von der Funktion der Anlagensteuerung, die Anlage gegen Überdrehen schützt und die Rotorblätter bei zu hohen Drehzahlen aus dem Wind dreht und bremst. Somit wird ein Brandrisiko durch Überhitzung drehender Bauteile unterbunden.

Des Weiteren wird ein Blitzschutz vorgesehen und das Maschinenhaus, wie auch die Rotoren, separat durch eine Blitzschutzanlage gesichert. Durch sicherheitsrelevante Einrichtungen besitzen die Anlagen eine vom öffentlichen Versorgungsnetz unabhängige Ersatzstromversorgung, sodass im Brandfall bzw. bei Störung oder Stromausfall innerhalb von Sekunden die Beleuchtung für den Gefahrenfall sowie die Gefahrenmeldung wieder funktionieren und eventuell die Anlage abgeschaltet werden kann.

Trotz der minimierten Brandrisiken bei dieser Anlage ist eine Gefahrenmeldeanlage vorgesehen, die an ein 24-h besetztes Kontrollzentrum des Betreibers aufgeschaltet ist. Bei einer Störung wegen Brand oder Rauch wird neben im Brandschutzkonzept festgelegten Maßnahmen auch die entsprechende Feuerwehr verständigt. Zudem wird mit dem Anschlagen der Gefahrenmeldeanlage die Anlage aus dem Wind gedreht und danach automatisch abgeschaltet. Für den ersten Löschangriff bei einem Entstehungsbrand im technischen Bereich sorgt ein Feuerlöschsystem innerhalb der Anlage.

Mit der Überprüfung aller Maßnahmen aus dem Brandschutzkonzept und der kürzlich erfolgten Brandschutzabnahme des Windparks kann von unserer Seite die Windenergieanlage bald ihre ersten Kilowattstunden erzeugen.